Der Sprungrückenband wird auch als Geschäftsbuch mit Sprungrücken bezeichnet.



Nur noch sehr wenige Buchbinder beherrschen diese besondere Einbandform.

In der Welt des Buchbindens gibt es einige besondere Techniken und Einbandformen, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben. Hierzu zählt auch das sogenannte „Geschäftsbuch“ oder auch „Sprungrückenbuch“.
Diese einzigartige Methode zum Binden von Büchern hat eine lange Geschichte, ist aber leider nahezu in Vergessenheit geraten. Ihre Bedeutung bleibt aber auch im digitalen Zeitalter durchaus noch relevant. In diesem Blog-Artikel werden wir die Ursprünge des Sprungrückenbuchs, seine historische Verwendung im 19. und 20. Jahrhundert, seine zeitgenössische Relevanz und die unterschiedlichen Bindetechniken, die damit in Europa, England und den Vereinigten Staaten verbunden sind, erkunden.

Ursprung

Die Sprungrücken-Bindetechnik hat ihren Ursprung im 19. Jahrhundert in Europa, hauptsächlich in Deutschland. In dieser Zeit erlebte das Buchbinden bedeutende Innovationen, und Buchbinder experimentierten ständig mit verschiedenen Bindemethoden um die individuellen Bedürfnisse Ihrer Kunden zu befriedigen. Der Sprungrückenband wurde entwickelt, um extrem robuste Schreibbücher zu herzustellen, die zudem noch ein perfektes Aufschlagverhalten aufweisen. Dies machte diese Bücher ideal für die Verwendung in Praxen, Kanzleien und Behörden – überall dort, wo Geschäftsdaten laufend handschriftlich festgehalten werden mussten.

Technische Besonderheiten

Der Sprungrückenband fällt zunächst einmal durch sein etwas klobiges Erscheinungsbild auf. Sehr starke Buchdeckel und ein ebenso dicker Buchrücken, getrennt durch einen dünnen Falz (die sogenannte Feder), sorgen für sein markantes Erscheinungsbild. Beim Öffnen des Buchs drücken der Deckel und Feder gegen den Buchrücken und nachdem dieser Widerstand überwunden ist, springt das Buch förmlich von alleine auf. Daraus resultiert dann letztlich auch der Name dieser besonderen Einbandform.

In diesem kurzen Video, kann man schön das Öffnungsverhalten dieser Buchform erkennen.



Verwendete Materialien

Obwohl der Buchdeckel mittels „einer Feder“ aufspringt, besteht dieses Buch nur aus Papier, Karton, Pappe, Leinen bzw. Leder. Es wird wider Erwarten kein Metall in seiner Konstruktion verarbeitet. Der wuchtige Buchrücken wird aus mehreren Lagen dünner Kartonstreifen schichtweise übereinander verklebt. Früher wurden diese in der Herstellung sehr aufwendigen Bücher, mit Leder bezogen. Aus Kostengründen wird heutzutage jedoch gerne einer Variante mit einem Einband aus einem robustem Leinen der Vorzug gegeben.

Diese Risszeichnung zeigt den ungemein komplexen Aufbau dieser Einbandform.
Der Herstellungsprozess ist zwar aufwendig jedoch halten diese Bücher selbst bei täglicher Nutzung nahezu unbegrenzt.

Im englischsprachigen Raum ist diese Einbandform unter dem Begriff „Springback“ bekannt. Die Herstellung unterscheidet sich gegenüber der hierzulande verbreiteten Technik zum Teil erheblich. Die Funktionsweise bleibt jedoch die selbe. Man sieht einmal mehr, dass eben „viele Wege nach Rom führen“.
Mehr dazu unter diesem weiterführenden Link.

Bedeutung heute

Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung wurde das geschriebene bzw. das gedruckte Buch schon des öfteren für tot erklärt. Doch das stimmt so nicht ganz. Das Buch bleibt, bzw. wird zunehmend für viele Bereiche durchaus wieder interessant. Viele unserer Kunden aus Industrie, öffentlichem Dienst, und aus dem Medizinbereich, setzen auf handschriftliche Protokollierung bestimmter Vorgänge. Und genau dafür benötigt man solide Schreibbücher, die locker auch Jahrhunderte überdauern. Denn „Wer schreibt, der bleibt“, wie es so schön heißt.
Und ob man EDV-Protokolle in 50- oder 100 Jahren noch ohne weiteres lesen kann, darf in Frage gestellt werden. Das Buch jedoch hat sich seit über 1000 Jahren bewährt.

Wo kann man das noch lernen?

Das Buchbinder-Colleg in Stuttgart bietet in unregelmäßigen Abständen Kurse zu diesem Thema an. Unter diesem Link kann man sich Informieren.

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